Performancebremse – Grafikdreiecke

 SOLIDWORKS  Standard
 MODUL:  SOLIDWORKS CAD
 Gültig für:  Versionsübergreifend
 Status:  23.05.2025

Einleitung

Detaillierte Modelle sehen schön aus. Je realitätsgetreuer das Modell, umso ansprechender ist eine Anleitung und Dokumentation. Doch je detailreicher das Modell, umso höher die Modellaufbauzeit und umso träger dessen Handhabung. Die in diesem FAQ-Beitrag thematisierte Problematik betriff nicht nur Rändelschrauben. Nein, es betriff alle Modelle.

Ausgangslage für diesen Artikel ist der SOLIDWORKS Blog-Beitrag «Creating Knurling Features using SOLIDWORKS» von James.

Das Einzelteil, sprich die schön ausmodellierte Rändelschraube, sieht cool aus. Doch bereits am Einzelteil kann die Handhabung träge sein. Beispielsweise bei

  • Einem Modellneuaufbau mit CTRL-Q (Siehe Beitrag Ampel-Icon vs. CTRL-Q (Strng-Q))
  • Beim Ändern der optischen Eigenschaften, bis schon die Maske zur Farbwahl erscheint
  • Sei es beim Laden der Fertigungszeichnung
  • Sei es beim Laden der Baugruppe
  • Sei es beim Aktualisieren der Baugruppe, wenn nach einer Modelländerung die Baugruppe neu aufgebaut werden muss
  • Beim Laden und Neuberechnen der Baugruppenzeichnung
  • ...

Doch wodurch entsteht diese Performanceverluste?

Anleitung

Der Modellneuaufbau ist schnell erklärt. Die Berechnung der Features braucht Zeit. Wie lange dies dauert, zeigt die Leistungsbewertung (Menü Extras > Evaluieren) perfekt an.

Hier kann die Musteroption «Geometriemuster» Wunder bewirken. Sehen Sie dazu die SOLIDWORKS Hilfe zu «Geometriemuster»

Diese Option bewirkt aber nicht in jedem Fall eine schnellere Berechnung. Dieses Beispiel zeigt es schön auf. Wird die Geometriemusteroption beim Kreismuster aktiviert, wird das Feature und somit das gesamte Modell um Faktoren schneller neu berechnet. Beim Spiegelfeature ist es hingegen kontraproduktiv. 

Wird eine Baugruppe geöffnet, muss das Teilemodell meistens nicht explizit neu berechnet werden. Beim Laden der Baugruppe werden die Baugruppenfeatures und die Verknüpfungen, wie auch die Grafik berechnet. Alle CAD-Modelle werden aus abertausenden, meist aus Millionen von Grafikdreiecken dargestellt und natürlich auch berechnet. Beim Laden einer Baugruppe im Ladefortschrittdialog schön zu sehen. Höhere Bildqualität bedeutet mehr Grafikdreiecke, mehr Berechnungen und somit auch mehr Wartezeit. 

Kann ich auf die Anzahl Grafikdreiecke Einfluss nehmen? Ja, mittels der Bildqualitätseinstellungen in den Dokumenteigenschaften.

Diese Einstellung wird nach wie vor und wurde in Vergangenheit zu oft zu extrem gewählt. Mit SOLIDWORKS 2023 ist uns aufgefallen, dass für optisch gleichwertige Modelle diese Bildqualitätsregler deutlich tiefer eingestellt werden können. Doch was bewirken sie? Die Schieberegler der Bildqualität steuern die Anzahl Grafikdreiecke, aus welchen das Modell aufgebaut wird. Setzen Sie die Schieberegler so weit links wie möglich. Testen Sie, was für Ihre Modelle ein valabler Wert ist, ohne dass es zu eckig wirkt.Diese Einstellmöglichkeiten sind an allen drei SOLIDWORKS Dokumenttypen vorzunehmen (Teile, Baugruppen, Zeichnungen). 

Mehr Grafikdreiecke bedeutet mehr Rechenzeit für die Grafik. Sowohl für die Grafik des Einzelteils, aber auch für die Grafik der Baugruppe wie auch für die Grafik der Zeichnung. Mehr Dreiecke bedeuten auch mehr Rechenzeit. Umso mehr dieser detailreichen Modelle mit vielen Grafikdreiecken aufgrund der suboptimalen Einstellung, umso viel viel viel mehr Rechenzeit.

Zum Aufspüren der Modelle mit hoher Grafikdreieckswerten hilft wiederum die Leistungsbewertung, Rubrik "Grafikdreiecke", in der Baugruppe.

Fazit: Weniger ist mehr. Weniger Grafikdreiecke wie auch weniger Details bedeuten mehr Performance.

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