Bohrungsassistent, zusätzliche Gewindegrössen

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2020-09-10 13:56
SOLIDWORKS SOLIDWORKS
Modul: Toolbox
Gültig für: Standard
Status: 10.09.2020
Erstellt mit: SOLIDWORKS 2021SP0

Einleitung

In der Toolbox resp. im Bohrungsassistenten fehlen Ihnen spezielle Gewinde oder Gewindegrössen? Diese Anleitung zeigt Ihnen das Vorgehen zum erfassen fehlender Gewindegrössen. 

Diese Anleitung gilt für den Bohrungsassistent ab der Version SOLIDWORKS 2012. Nachfolgende Beschreibung erstellt sowohl das Aussengewinde wie auch das Innengewinde. Nach dem Erfassen ist es sowohl im Bohrungsassistenten wie auch für die Gewindebeschriftung verfügbar. Eine passende Schraube wird
damit aber nicht erstellt. 

Anleitung

Starten Sie zum Erfassen den Toolbox-Einstellungs-Assistenten. Dies können Sie in SOLIDWORKS via Menü Extras -> Optionen -> Systemoptionen -> Bohrungsassistent/Toolbox -> Konfigurieren.

Alternativ kann der Toolbox/Bohrungskonfigurator auch direkt via Windows-Start-Menü aufgerufen werden. Dieser ist unter alle Apps, S wie SOLIDWORKS -> SOLIDWORKS Werkzeuge -> Toolbox Einstellungen 202x zu finden. 

Test-Norm erstellen

Mit der Einführung von SolidWorks 2012 wurden massive Anpassungen/Erweiterungen an der Toolbox vorgenommen. Unter Anderem können die Standard-Normen editiert werden. Kopieren Sie zu Versuchszwecken eine Norm, z.B. die DIN als DIN-Test, um Ihre Anpassung vorgängig zu testen. Wenn es in der Test-Norm funktioniert, kann die Anpassung in Ihre Produktiv-Norm ein gepflegt werden. Dies muss manuell erfolgen. Ein Kopieren der Informationen ist nicht möglich. Vorteil dabei, wenn in der Test-Norm etwas "defekt konfiguriert" wird, kann diese ohne Konsequenzen gelöscht und neu erstellt werden.

Um eine Norm zu kopieren, wählen Sie die Rubrik 1-Bohrungsassistent

Selektion der "Grundnorm" links in der Übersicht...

... und kopieren Sie diese. Vergeben Sie eine Bezeichnung für Ihre Testnorm.

Gewinde ergänzen

Verbleiben Sie in der Rubrik 1-Bohrungsassistent. Selektieren Sie für die Anpassungen die entsprechende Norm (ggf. zuerst ein Testlauf in DIN-Test) und anschliessend Gewindebohrungen.

Erfassen Sie als erstes das Kernloch für die Gewindebohrung im Bereich gerade Bohrungen -> Kernloch. Die Rubrik gerade Bohrungen wird in älterne Versionen als Bohrungen geführt. Achten Sie aber peinlichst genau darauf, dass dieses Gewinde noch nicht besteht. Verwenden Sie auch die exakt selbe Schreibweise wie bei ähnlichen, anderen Bohrungen! Führende Nullen, wie auch z.T. Nullen nach dem Komma müssen u.U. angegeben werden. 

Suchen Sie in der Tabelle die Stelle, an welcher die neue Gewindegrösse zu liegen kommen soll. Als Beispielt dient mir ein M99x1.5. Dieses soll von der Sortierfolge zwischen Position 765 und 770 zu liegen kommen.

Durch das Drücken des +-Icons können fehlende Gewindegrössen hinzugefügt werden. 

Beim Erfassen der Kernbohrung muss eine Eingabe für den anzupassenden Namen gemacht werden. Dieses Feld darf hier nicht leer sein. Füllen Sie hier den Namen der Nenngrösse ein. Hier als z.B. M99. Wozu dieses Feld dient, sehen Sie im Beitrag "Einstellungen bei Änderung des mit dem Bohrungsassistenten erstellten Bohrungstyps übertragen". 

Nach dem Erfassen der Kernbohrung kann das eigentliche Gewinde erstellt werden. Achten Sie auch hier auf die exakte Schreibweise. Selektieren Sie Gewindebohrungen -> Gewindebohrung.

Norm-Durchgangsloch für Bohrung, passend zu Gewinde

Im Bereich der Durchgangslöcher kann nun der Standarddurchmesser in der Ausführung Fein, Mittel und Grob für unser M99 erfasst werden. Diese drei Durchmesserangaben sind anschliessend im Bohrungsassistenten in den Durchgangslöcher ersichtlich. Bei einem M6 wären dies gemäss DIN 6.4 / 6.6 / 7mm.  Achten Sie auch hier darauf, dass die Nenngrösse nicht bereits enthalten ist. Der anzupassende Name muss auch hier eingegeben, und sollte mit dem der vorgängigen Maske korrespondieren. 

Gewindedaten

Nach dem Erfassen der Kernbohrung kann das eigentliche Gewinde erstellt werden. Achten Sie auch hier auf die exakte Schreibweise. Selektieren sie Gewindebohrungen -> Gewindebohrung. Dieselbe Überlegung gilt auch für die Gewindebohrung mit kurzem Kernloch. 

Suchen Sie auch hier die Stelle zum Einfügen und notieren Sie sich die Zahl für die Sortierfolge. 

Jetzt müssen im gleichen Fenster noch die Gewindedaten erfasst werden. Selektieren sie dazu die Rubrik Gewindedaten und fügen Sie diese mittels +-Knopf hinzu. Auch hier muss das letzte Feld ausgefüllt werden. Das Feld Serie steht aber nicht in direktem Zusammenhang mit dem Feld Anzupassender Name in den vorangegenanen Masken. Dabei gilt:

  • Gewindedurchmesser = Nenngrösse
  • Gewindegänge/Einheit = Gewindesteigung

Wie in allen anderen Programmen auch, sollten die Anpassungen spätestens am Ende, oder noch besser, auch mal zwischendurch, gespeichert werden. Das Speichern der Datenbank ist aber nur möglich, wenn aktuell niemand im Betrieb den Bohrungsassistenten im Zugriff hat. Solange das Diskettensymbol nicht ausgegraut ist, ist die Änderung nicht gespeichert. 

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